Blogger Relations: 8 Fragen & Antworten

Blogger Relations 13. 09. 2016 09: 30

 

Als Berater in Sachen Influencer Relations erreichen uns öfter Fragen von Kunden und Interessenten, ob sich Blogger Relations lohnen und wie man den Kontakt mit dieser Influencer-Gruppe am besten angeht. Kollegin Yvonne Salcewics, Senior Beraterin bei SMART PR, hat häufig gestellte Fragen für Sie beantwortet.

 1. Inwiefern können Blogger-Kooperationen in der Marken-Kommunikation helfen?

Kooperationen mit Bloggern sind für Marken wichtig, weil Blogger eine hohe Aufmerksamkeit und Authentizität bei ihrer Community genießen. Sie können als Meinungsmacher und Experten in ihren Themen für Marken relevante Multiplikatoren sein. Zwar haben sie oft nicht so hohe Reichweiten wie Medien, ihre Beiträge sind aber gut auffindbar und ihre authentische, auch subjektive Einschätzung von Produkten spricht ihre Leser direkter und nachhaltiger an als beispielsweise ein Werbeformat.

2. Was bringt eine Zusammenarbeit mit Bloggern konkret?
Wenn ich als Unternehmen ehrliche, glaubhafte, subjektive und vielleicht auch bis ins Detail gehende Einschätzungen haben und mir ein Dialog der Community zu einem Produkt wichtig ist, dann sind Blogger Relations die richtige Wahl. Zudem baut man sich so ein nützliches Netzwerk an Influencern auf, die vielleicht auch später nochmal über das Unternehmen berichten, in Krisenfällen zuerst auf einmal bei Ihnen nachfragen oder Ihnen gutes Feedback in punkto Produktentwicklung, Verpackung und Kommunikationsinhalten geben können. Zudem sind Blogger sehr gut in Social Media vernetzt und verbreiten Inhalte sehr effizient. Blogs ranken in der Regel auch gut in Suchmaschinen, was für eine hohe Sichtbarkeit für Berichte sorgt.

3. Welche Unternehmensziele können mit Blogger-Kooperationen erreicht werden?
Ich denke, Blogger-Kooperationen zahlen sicherlich auf das Ziel Markenbekanntheit ein, auch wenn Blogs nicht so hohe Reichweiten wie die klassischen Online-Medien haben. Die Stärke einer Kooperation liegt in der besseren Rezeption und nachhaltigeren Auseinandersetzung mit dem Content des Bloggers und damit mit dem Produkt durch die Leser. Das heißt, eine Blogger Relations und eine Kooperation kann innerhalb der erreichten Community auch gut auf Image-Bildung einzahlen.

4. Für welche Themenbereiche eignen sich Blogger Relations besonders gut?
Hier gibt es keine pauschale Antwort, da es eine Vielzahl von Bloggern zu den verschiedensten Themen gibt. Es gibt zum Beispiel eine sehr große Blogosphäre in den Bereichen Automobil, Food, Fashion & Lifestyle. Aber auch ein einzelner Blogger kann hilfreich sein, wenn er genau mein Nischenthema oder sehr spezifische Leserschaft bedient.
Yvonne-Salcewics.jpg
5. Welche Arten von Blogger-Kooperationen gibt es eigentlich?
Gängig sind zum Beispiel Produkttests, bei denen Blogger Produkte erhalten und testen können. Oft gibt es auch spezielle Blogger Events, bei denen man Blogger einlädt. Ein Event kann verschiedene Inhalte und Formate haben je nach Marke oder Ziel, das erreicht werden soll. Blogger Events können z. B. Workshops, Vorträge, Diskussionem, eine Unternehmensführung oder ein Test vor Ort beinhalten. Maßgeblich ist letztendlich alles, was die Blogger interessiert und was ihnen einen Mehrwert bringt. Ähnlich wie bei einem Journalisten-Event. Möglich sind aber auch Wettbewerbe, Blogstöckchen oder -paraden etc., die nicht zwingend mit einem Event verbunden sind und eine größere Gruppe von Bloggern anspricht.

6. Was sollten Agenturen und Unternehmen bei der Zusammenarbeit mit Bloggern beachten?
Zuerst sollte man sich Gedanken zu einer Blogger Relations bzw. Social Media Strategie machen und erarbeiten, was genau man eigentlich mit einer Zusammenarbeit mit Bloggern erreichen möchte. Auf der Basis können „smarte“ (spezifisch, messbar, erreichbar, realistisch, terminiert) Ziele in punkto Kommunikation definiert werden, so dass man Input und Output messen kann.

Der nächste Schritt ist eine genaue Recherche: Sie sollten sich vor einer Kontaktaufnahme genau anschauen, welche Blogs in Frage kommen und welches Thema für welchen Blogger eignen kann. Nach einer Auswahl kann man dann gezielt Blogger ansprechen. Am besten ist eine persönliche Ansprache und kein Massen-Versand einer Pressemitteilung. Seien Sie klar in Ihrer Kommunikation, was Sie anbieten können und was Sie erwarten. Beachten Sie, dass Blogger nicht wie Journalisten hauptberuflich bloggen, sondern oft nebenher schreiben. Deshalb: Am besten nicht anrufen, nicht zu lange Events planen, an Übernachtungen und Anfahrt denken. Rechnen Sie mit Rückfragen, zudem wird oft eine schnelle Reaktion erwartet. Planen Sie Budget für Sponsored Posts ein, denn Blogger arbeiten genau wie andere Menschen meist nicht umsonst. Verzichten Sie auf platte Werbebotschaften. Behandeln Sie Blogger genauso wertschätzend und professionell wie Journalisten.

7. Welche Risiken und Nachteile gibt es?
Wenn man nicht transparent und ernsthaft dabei ist, kann das Feedback oder die Berichterstattung von Bloggern negativ sein. Auch wenn ein Produkt unzulänglich oder etwas bei der Organisation eines Events schief geht, müssen Sie damit rechnen, dass dies offen thematisiert wird. Vermeiden Sie es, nur kurzfristig Blogger Relations zu betreiben oder einen Praktikanten statt einem festen Ansprechpartner mit dem Thema zu beschäftigen. Ähnlich wie bei Public Relations geht es um den Aufbau von Beziehungen. Erwarten Sie zudem nicht zuviel von Blogger Kooperationen. Es sind keine riesigen Reichweiten oder Absatzsteigerungen zu erwarten, wohl aber kreative und authentische Beiträge und Stories.

8. Wie misst man eigentlich den Erfolg einer Blogger-Kooperation?
Wir schauen uns bei unseren Projekten an, wie die Berichterstattung insgesamt wirkt: Ist die Tonalität positiv? Bekommen wir Insights, die wir vorher nicht hatten? Wie ist die Resonanz und Interaktion in der Community des Bloggers? Konkrete KPI für Blogger Relations sind z. B. Vernetzung des Bloggers, Reichweite in sozialen Netzwerken, Interaktion (Likes, Shares, Comments, Retweets etc.), Nennung von Unternehmensnahmen, -hashtags, Produkten, Anzahl Backlinks, Traffic auf eigene Webseiten etc. Und: Wie verlief die konkrete Zusammenarbeit?

Checkliste Food Event