Signal: So will Facebook Journalisten locken

Ob Umsatz, Anzahl der Nutzer oder Traffic – beinahe überall hat Facebook im Vergleich zu Twitter die Nase vorne. Doch bei einer Sache sticht der Kurznachrichtendienst seinen Konkurrenten aus. Für Journalisten ist Twitter aufgrund seiner Möglichkeiten zur onlinerecherche unerlässlich. Zumindest bisher, denn mit dem Tool Facebook Signal will das Netzwerk einen Konter setzen.

Interessante Geschichten finden und heiß diskutierte Themen aufspüren: All das, sollen Journalisten zukünftig mit dem Tool Facebook Signal können. Ein übersichtliches Dashboard soll dabei einen Überblick, über die aktuell beliebtesten Themen und Seiten geben. Relevante Postings lassen sich schnell einbetten oder in digitalen Sammlungen speichern, um sie beispielsweise in TV-Sendungen zu präsentieren. In Hinblick auf Twitter ist erwähnenswert, dass sich diese Möglichkeiten auch auf Postings bei Instagram beziehen. Journalisten können somit auch auf einen großen Fundus an Fotos zugreifen.

So finden Sie das richtige Medium

Facebook Signal ist kostenlos und soll ausschließlich Journalisten zur Verfügung stehen. Zugriff auf das Tool gibt es nur nach vorheriger Anmeldung. Dabei wären vielen Funktionen auch auf Kommunikationsseite, beispielsweise in der Politik oder für Unternehmen, interessant. Derzeit richtet sich Facebook Signal hauptsächlich an US-Journalisten. Ob und wann es standardmäßig in Deutschland verfügbar sein wird, ist bislang noch nicht bekannt. Jedoch soll das Angebot in Zukunft weiter ausgebaut werden. Im Test des österreichischen Online-Magazins „Fillmore“ hat sich gezeigt, dass es derzeit noch wenige lokale Daten im deutschen Sprachraum gibt. In Hinblick auf Instagram soll das Tool jedoch schon gut funktionieren.

Doch auch wenn Facebook Signal (zumindest vorerst) nur für Journalisten verfügbar ist, hat es auch Einfluss auf die Arbeit von Community Managern. Interaktionen werden in Hinblick auf Facebook Signal zukünftig weiter an Bedeutung gewinnen, um erfolgreich die Aufmerksamkeit von Journalisten auf die eigene Seite zu lenken. Bislang war die Identifizierung von Influencern auf Facebook relativ aufwändig. Facebook Signal ermöglicht  es, über eine sehr einfache Darstellung die Meinungsführer zu identifizieren, die in den letzten 24 Stunden für den größten Buzz sorgten. Somit wird es Community Managern erleichtert, Profile auf Facebook auszumachen, die sich mit dem eigenen Thema beschäftigen, diese gezielt anzusprechen und somit Hebeleffekte sinnvoll zu nutzen. Zudem muss die eigene Content-Strategie dahingehend angepasst werden, dass die neu dazugekommene Zielgruppe Journalisten, angesprochen wird. Redakteure werden sich durch Fancy-Facebook-Posts kaum dazu animieren lassen, Themen aufzugreifen und zu nutzen. Inhalte müssen diesen Aspekt demnach berücksichtigen und einen höheren Informationsgehalt aufweisen, um für Journalisten attraktiv zu wirken.

Es bleibt jedoch abzuwarten, wie sich Facebook Signal entwickelt. Zuletzt versuchte Facebook durch den Dienst Instant Articles Journalisten beziehungsweise Medien und somit deren Leser stärker an Facebook zu binden. Der Dienst startete Mitte dieses Jahres und verfolgt das Ziel, komplette Artikel auf Facebook verfügbar zu machen.

Bislang sind nur ausgewählte Medien an Bord und bis vor kurzem hätte man den Eindruck gewinnen können, dass der Dienst eventuell eingestellt wird, weil wochenlang keine neuen Inhalte erschienen sind – doch nun macht auch die Washington Post mit. Die Redaktion plant, jeden Tag einen Artikel über Instant Articles zu veröffentlichen und mittelfristig alle Inhalte dort erscheinen zu lassen.