Videos im Hochformat sind im Kommen – auch dank Facebook

16:9. Das ist das Format, das jeder Cineast oder Filmschaffende bestens kennt. Das Querformat hat sich in den vergangenen Jahrzehnten als Standard etabliert. Abweichungen dieses Formats gibt es zwar (4:3 oder 2,35:1), was bleibt, ist aber das Querformat. Angreifbar sind horizontale Videos sicherlich nicht: Im (Heim-)Kino blicken sie nicht nur auf eine lange Tradition zurück, sie bieten auch wortwörtlich einen sichtbaren Mehrwert.

Das große „aber“ folgt auf dem Fuße: das Smartphone. 80 Prozent der weltweiten Internetnutzer besitzen bereits eins, mehr als zwei Milliarden Menschen vertrauen darauf. Und eben jenes Smartphone wird im Regelfall im Hochformat genutzt. Gleiches gilt für die Sozialen Netzwerke, die ebenso vorrangig mobil angesteuert werden. Und dort sind „klassische“, also querformatige, Videos hinderlich. Entgegen des Nutzerverhaltens muss der User Bewegtbild entweder mit (massiven) hässlichen schwarzen Balken hinnehmen oder er dreht sein Smartphone.

„Snapchat“ gehört diesbezüglich zu den Revoluzzern: Dort können Fotos und Videos lediglich im Hochformat produziert werden – nun zieht Facebook nach. Das Unternehmen von CEO Marc Zuckerberg hat den Rollout Ende vergangenen Jahres initiiert, seither können vertikale Videos im mobilen Newsfeed angezeigt werden. Ohne Zuschnitt, fast das gesamte Display des Smartphones wird dabei genutzt. Videos werden auf Facebook nun (auf Wunsch) im 2:3-Format dargestellt. Der Grund für den Umschwung: Facebook hat herausgefunden, dass User hochformatige Videos länger und auch mit Ton ansehen, wenn diese im vertikalen Format in ihrem Newsfeed angezeigt werden.

Der Plan geht mittlerweile auf. Während viele User noch nicht auf dieses neue Feature zurückgreifen, versuchen es Unternehmen bereits eifrig. Der neue Werbespot von „Mercedes“ ist im klassischen Format im Fernsehen zu sehen, aber auch im Hochformat auf Facebook. Auch Marvel geht in die Hochformat-Offensive:

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Die Veränderung für Unternehmen liegt auf der Hand. Sie müssen sich künftig noch mehr Gedanken machen, welche Zielgruppe sie wann ansprechen wollen. Da die Usermobilität immer weiterwächst, werden die Unternehmen an den ungewohnten vertikalen Videos aber sicherlich nicht vorbeikommen.

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